Spendenaktion „gefüllte Taschen“

Im Oktober 2019 haben wir Euch zu einer Spendenaktion eingeladen.

52 Taschen haben wir produziert und befüllt. – je 25 für Mädchen und 27 für Jungen –

Eine Tasche für einen Jungen enthält:
– Bodylotion 
– Kinderzahnbürste 
– Kinderzahncreme 
– einen Bleistift
– Styroporflugzeug zum Basteln 
– Bonbons und Kaubonbons 
– ein Notizbuch 
– Handtuch 30cm 
– Armband „Uhr“ mit Kugelspiel 
– Lolli / Lutscher 
– Spielautos / Matchbox 
– Sonnebrille 

Eine Tasche für ein Mädchen enthält:
– Bodylotion
– Kinderzahnbürste
– Kinderzahncreme
– einen Bleistift
– 3 Haargummis 
– Bonbons und Kaubonbons 
– ein Notizbuch 1
– Handtuch 30cm 
– Armband „Uhr“ mit Kugelspiel 
– Lolli / Lutscher
– Sonnebrille 
– rosa Spielente

Da wir ja leider nicht nach Haiti reisen konnten, haben wir jetzt die Taschen nach Frankreich geschickt. Dort gibt es die Organisation „D’Erwan à Ella“.
Celine, selbst Mama von einem Mädchen und einem Jungen aus dem Maison d´espoir in Haiti, schickt regelmäßig große Container nach Port-au-Prince . Der nächste soll Weihnachten im Heim ankommen. Diesmal sind auch unsere Taschen dabei. Alle Taschen haben einen goldenen Stern aufgeklebt und verweihnachtlichen die vielen kleinen Aufmerksamkeiten.

Da noch einige Euronen über waren, haben wir damit den Versand finanziert. Sobald die Kinder die Taschen in den Händen haben, werden wir Euch hier Bilder zeigen.

DANKE – MÈSI – MUCHAS GRACIAS

Mallorca, da sind wir daheim

Freitag – 15 05 2020

Nach wochenlanger, monatelange, jahrelanger Wartezeit ist unser Schatz endlich zuhause angekommen. Herzlich Willkommen auf Mallorca! Vielen Dank noch einmal an alle, die uns das ermöglicht haben!

Después semanas, meses, años de espera nuestra muñeca por fin ha llegado a casa. ¡Bienvenida a Mallorca! ¡Muchísimas gracias a todos los que hicieron esto posible!

Am Abend sitzen wir hier auf der Terrasse in der Abendsonne und sind einfach nur dankbar, dass wir in den vergangenen Wochen so unglaublich viel Unterstützung und grenzenlose Nächstenliebe erfahren haben, so dass in unserem Schlafzimmer nun dieses unglaublich süße, zarte Wesen liegt und uns Mama & Papa nennt 😃

Auf unserer schönen Sonneninsel angekommen, waren wir in der ersten Maschine, die den neuen Coronaregeln unterlag.
Wir wurden „nett“ von der Policia empfangen und durch verschiedene Kontrollstationen geführt. Nach dem Ausfüllen von unzähligen Formularen wurden wir am Ausgang vom spanischen Sender IB3 empfangen und beim Verlassen des Sicherheitsbereiches gefilmt. Was wir aber erst Abends durch eine Kursteilnehmerin von mir erfahren haben. ¿Datenschutz, hola? 😉

Hier der Beitrag – zwar auf spanisch, aber man kann gut erkennen, wie die Kontrolle verlief. 

Sie kann sprechen :-)

Am Mittwoch vor unserer Heimreise (Freitag 15.05.2020 – 6 Uhr ab Hamburg) waren wir mit Buggy und Hillary, die Puppe von Opa, spazieren und Néhémie hat plötzlich unter ihrer Kapuze mit uns verstecken gespielt und den vorbeifahrenden Autos freudig gewunken und „Bye, bye“ zugerufen. Das waren mit die ersten Worte unserer Püppi. Bevor wir zu unserem Spaziergang aufgebrochen sind, haben wir mit Oma geskyped und Nehou hat wie selbstverständlich „Hallo Oma“ nachgeplappert und in die Kamera gewunken. Philip und ich haben uns ganz verdutzt angeschaut und Oma selber hat es garnicht richtig für wahr genommen. Ich war so überwältigt, dass mir kleine Tränen kamen. Aus meinem Süssfratz kommen auch Töne. *JUCHHUUUUU*

14 05 2020 – 14 Uhr Berlin-Wedding

Es ist Donnerstag.  „Ich getraue mich gar nicht da anzurufen.“, sagt Philip. Er stellt sich an die Fensterbank und schaut seinen Mädels beim Kuscheln zu. 

Sein Telefon klingelt und der Mitarbeiter vom Bürgeramt teilt uns mit, dass wir den Pass für Néhémie abholen und somit morgen endlich nach Hause fliegen können. So witzig und freudig der gestrige Tag war, geht es heute also weiter. Wir können gemeinsam als Familie Koffer packen. Gesagt, getan. Püppi hat ganz eifrig mit Papa den Koffer gepackt. Sie liebt es Dinge an ihren Platz zu stellen und in eine Kiste zu packen. Diese vorher am liebsten 20 mal hintereinander auskippen und wieder einräumen. 

Danach sind wir zum Bürgeramt getuckert. Für 17 Kilometer eine knappe Stunde Autofahrt. Für Püppi gibt es viel zu entdecken, also ist das auch kein Problem für uns. Am Prenzlauer Berg angekommen haben die Mädels draußen auf Papa gewartet und ein wenig in der Sonne getanzt, den Vögels beim zwitschern und den spazierenden Hunden zugeschaut. Totale Faszination für unsere kleine Entdeckerin.
Dann kam Superdaddy endlich aus der Tür. Mit dem kleinem roten Büchlein in der Hand! „Huraaaaaaa“ rief er und Püppi riss ihre Arme hoch und plapperte wieder nach. 

Heute Nacht geht unsere Reise also weiter.
3 Uhr aufstehen, Auto packen und ab nach Hamburg. Auch das alles kein Problem mit Néhémie. Sie schaut aus dem Fenster in die dunkle Nacht und schläft dann irgendwann bis kurz vor Hamburg ein. Am Flughafen gibt es dann wieder viel zu entdecken. Auch für Mama. Das erste Mal wickeln im Wickelraum und das erste Mal im Flugzeug Starten und Landen mit ihrer Tochter.
Die Landung war etwas lauter. Nehou hat ganz dolle geweint. Die Ohren waren wohl zu, weil Mama und Papa noch nicht so gut mit Nasentropfen und Co. präpariert waren …..

Beim nächsten Flug wird´s angenehmer!

Bürgeramt Marzahner Promenaden

Pünktlich um 10.36 Uhr wurden wir am Eingang des Bürgeramtes „getrennt“.
„Es darf nur ein Elternteil das Kind zur Passausstellung begleiten.“

Na das fängt ja schon vielversprechend an….
Ich stellte mich also in die warme deutsche Sonne und wartete.

Eigentlich war mir irgendwie klar, dass das ja nicht so richtig sein kann. Mama und Papa sollten wohl beide der Ausstellung des Kinderreisepasses zustimmen müssen. So kamen meine zwei Liebsten nach 10 Minuten raus und pfiffen mich nach drinnen. 

Nach einigen weiteren Minuten und viel Tastenklimpern der Mitarbeiterin, sagte diese uns schließlich, sie hätte aus Versehen die Mama, also mich, in Néhémie umbenannt und wollte das rückgängig machen, was dazu führte, dass sie meinen kompletten Datensatz gelöscht hat.
Sie rief einen jungen Kollegen, der nach ein wenig hin- und herblättern in unseren Unterlagen, eine beglaubigte Übersetzung der Adoptionsurkunde haben möchte.

„Sie halten diese in Ihrer Hand.“, sagte Philip.
„Ah.“ , erwiderte Herr S..

Er müsse nun aber bei höherer Stelle den Datensatz wiederherstellen lassen, was 30 Minuten dauert und wir doch bitte noch eine Runde drehen möchten. 
Kein Problem für uns, das „eine extra Runde drehen“ kennen wir ja zu gut aus unserem Adoptionsverfahren.

In der Zeit sind wir in die nahe gelegene Apotheke um Püppi eine Augensalbe zu holen, sie hat sich ein Gerstenkorn aus Haiti mitgebracht,
und sind das erste Mal mit unserer Tochter durch ein Einkaufszentrum, zurück zum Bürgeramt geschlendert. Sie hat genüsslich eine Bretzel gefuttert und in die Schaufenster geschaut.

Wieder zurück an Tisch eins, bei Herrn S., sagte dieser uns – ich hab´s ja nicht anders erwartet -, dass wir unsere Adoption in Deutschland anerkennen lassen müssten. Auch der Hinweis, dass nach §2 der für uns geltende §3 kommt half nicht. Er übergab unsere Dokumente dem Standesamt, was am Donnerstag, EIN TAG VOR UNSEREM BEREITS GEBUCHTEN HEIMFLUG, darüber entscheiden soll, ob unsere !!Adoption nach Haager Abkommen!! rechtmäßig ist.

Ich möchte noch einmal erwähnen, dass wir alle Unterlagen bereits mehr als eine Woche vorher an das Bürgeramt gesendet haben und man uns per Mail bestätigte, dass der Reisepass damit ausgestellt werden kann. 
Herr S. meinte dazu „Ja, da sind so viele Leute involviert …“

Willkommen in Deutschland!

Der Moment …

… in dem Du Dein Kind nach über 7 Monaten wieder siehst, war bei uns so:

Sie kam mit ihrem kleinem rosa Rucksack, der auch nach 3 Wochen immer und überall dabei ist, auf uns zugelaufen.

Wie bei seiner eigenen Hochzeit, vergeht dieser Tag viel zu schnell und man ist so tief drinnen und überwältigt, dass man später die eigenen Gefühle gar nicht so wirklich wiedergeben kann.

***

09 05 2020 – Das Datum in meiner rechten Armbeuge (bald)

Wir sind also in der Nacht um 3.00 Uhr von Lingenfeld nach Karlsruhe gefahren. 
Das Gefühl beim Abbiegen in den Charterbereich war unbeschreiblich. In ein paar Minuten soll es endlich soweit sein. Wir sind eine Familie.

Im Ankunftsbereich trafen wir das erste Mal auf die anderen 2 Familien, die wir bisher nur aus unseren unzähligen Telefonkonferenzen kannten. Die Familie, bei der wir 5 Wochen gewohnt haben war noch nicht da. Wie wird das Wiedersehen mit ihnen?
Die Stimmung war sicherlich auch wegen der Masken- und Abstandpflicht sehr verhalten. Alle waren mega angespannt, eine herzliche Umarmung mit allen, die in den letzten Monaten mit uns in einem Boot saßen blieb deshalb aus.
Jede Familie hatte Geschenke für die Crew und natürlich für ihre Kinder dabei. Das am Vorabend angekündigte Fernsehteam und der Vorstand des anderen Vereins waren bei unserer Ankunft um 5.30 Uhr schon da. Wir haben uns mit Angelika, Markus und Angelikas Schwester und Nichte (unser Kamerateam) einen Fensterplatz gesucht und gespannt auf das Rollfeld geschaut.
Die Aschaffenburger Familie ist derweil auch eingetroffen. Eine Begrüßung ihrerseits blieb leider aus, was uns aber an diesem Morgen nicht weiter ärgerte. Die Hauptsache war ja, dass wir unsere kleine Püppi endlich in Empfang nehmen können.
Eeeewige Minuten vergingen, bis das Flugzeug vor unseren Augen landete und wir 4 voller Erleichterung laut klatschten und uns alle ganz fest umarmten. Die Polizisten gingen zum Flugzeug und kontrollierten alle Ausweise und die Crew stieg mit den ersten Kids aus. Die Eltern gingen an die große Drehtür, wo sich auch das Kamerateam positionierte und die Übergabe eines Kindes an Ihre Adoptiveltern filmte. Zu diesem Zeitpunkt war uns noch nicht bewusst, dass unsere Aschaffenburger Gastgeber sich  dafür entschieden haben, dem Fernsehsender einen Beitrag zugeben, der uns im Vorfeld noch nicht einmal bei unserer Spendenaktion zur Seite stehen wollte. „10 Kinder sind zu wenig für einen Beitrag.“

Knappe 10 Minuten später wurde endlich unsere Néhémie in den Armen des Piloten aus dem Flugzeug getragen. In der Mitte der Drehtür hat er sie abgesetzt und sie kam mit ihrem kleinen rosa Rucksack, der auch nach 3 Wochen noch immer und überall dabei ist, auf uns zugelaufen. Bei Mama in den Armen und mit Papa an der Seite haben wir uns alle drei gaaaaanz fest gedrückt und den ersten Familienkuss ausgetauscht. Sie roch noch immer ganz doll nach unserem Baby und ihre Haut ist noch immer so zart wie vor 7 Monaten. Ich begutachtete Sie von oben bis unten, hielt ihre kleine warme Hand ganz fest und sagte ihr, dass wir sie nie nie wieder loslassen und sie nun endlich für immer „Zuhause“ ist. 

Wir haben alle drei etwas getrunken und sind dann auch schon ganz fix zur ersten Wickelsession geeilt. Auf dem Bürotisch im Charterbereich sollten wir endlich wieder ihr schickes kleines Bäuchlein, ganz ohne Stoff streicheln und liebkosen können. Was für ein inniger Moment für Mama und Tochter. Jedes Mal verlangt sie danach. Mama busselt den Bauchnabel, bevor sie ihr Oberteil, mit verschmitztem Lächeln nach unten zieht. 😛

Nach ein paar Fotos und kurzen Gesprächen mit den holländischen Müttern sind wir zurück zur Ferienwohnung gefahren. Das erste Mal zu dritt im Auto, dass erste Mal für Néhémie im Kindersitz, das erste Mal mit Mama und Papa on Tour. Eine knappe Stunde sind wir gefahren. Ich habe mit ihr auf der Rückbank gesessen und gefühlt die ganze Fahrt nur nach links zu ihr geschaut. Meine Hand hat ihr kleines Bein nicht losgelassen. 
Sie saß voller Spannung neben mir und schaute aus dem Fenster.
Was geht in diesem kleinem Kopf wohl vor sich? 

Im Ferienhaus angekommen haben wir die Mädels geduscht und in eigene, passende Klamotten gesteckt. Alle 6 zusammen haben wir den Frühstückstisch gedeckt und ausgiebig gefuttert, getrunken und geflaxt. 

Danach sind wir alle müde ins Bett gefallen und haben uns am Nachmittag im Garten wieder getroffen. 

Die nächsten zwei Tage haben wir ruhig mit Spazieren gehen, Essenstests, dem Ausprobieren des Buggys und dem Staunen, was denn unsere Mädels schon so alles selbständig machen verbracht. Allein vom Teller löffeln, morgens das Fläschchen trinken, Zähneputzen, Schuhe und Oberteil anziehen ist bei unseren 2.5 jährigen Püppis überhaupt kein Problem. Philip sagt immer „Das sind eben Heimkinder.“ 

Am Montag ging es zu dritt zurück nach Berlin. Über Wiesbaden und Jena, wo wir von einem Teil unserer Familien erwartet wurden …

Rückmeldung unserer Wegbegleiter – Beratungseltern

Heute haben wir eine ganz tolle Email erhalten, die uns wieder zeigt, dass wir mit unserem Blog zu unserer Auslandsadoption etwas bewegen können und damit eine gute Entscheidung getroffen haben.

Unsere Kontakteltern lesen diesen nun fleißig mit und haben sich unserer Zeilen angenommen. Genau das wollen wir erreichen und allen an diesem Verfahren beteiligten Parteien die Sichtweise und das Empfinden von uns Adoptiveltern aufzeigen, um letztendlich anderen Adoptiveltern damit den Weg etwas einfacher gestalten zu können.

VIELEN DANK AN UNSERE BERATUNGSELTERN.